Mengerie- oder auch: Damen Reizwäsche für Männer

Oder auch: mein Mann trägt jetzt Damenunterwäsche für Männer. Wieso?

Wer jetzt denkt, das Thema „Strings, BHs und Bodies für Männer“ sei ein bisschen zu viel des guten und das würde bestimmt niemand machen: der oder die irrt gewaltig.

Zugegeben war es für mich zu Beginn der absolute Reiz des Verbotenen, in der Damenabteilung zu kaufen. Noch – in Anführungszeichen – „Schlimmer“ ist es, wenn ich mich durch die Damenunterwäscheabteilung bewege, auf der Suche nach meinen Größen. Diese Wäsche hatte schon immer enorm viel anziehendes für mich. Vor allem beim ausziehen am anderen Geschlecht.

So trage ich sie selbst am liebsten, wenn ich mich hauchzart, feminin und aufreizend fühlen will. Wenn ich den enganliegende Tanga spüre oder die Spitze-Pantie unter der Chinohose perfekt sitzt. Doch sind diese Unterwäschearten eines nicht: für den männlichen Genitalbereich gemacht. So begab ich mich eines Nachmittags auf die Suche im Netz und staunte nach Jahren nicht schlecht.

Unter dem Stichwort Mengerie verbergen sich spitzen Höschen, zarte Seidenbodies und auch – ja du liest richtig – BH‘s für Männer. Das alles ist geprägt durch die Anatomie des männlichen Körpers. Sodass die Panties und Tangas für das männliche Glied entsprechend mehr Platz bieten als die weiblichen schmaler geschnittenen Varianten. In der Optik unterscheiden sie sich jedoch kaum! Alles ist dabei. Spitze, Seide, Satin und Strass sind ebenso vertreten wie knallige Farben, zierliche Schleifen oder Leder bzw. Metallische Elemente.

Doch warum eigentlich?

Darüber kann man(n) nur mutmaßen. Einer der Gründe wird sicherlich sein, dass der Vorstoß männlicher Mode in weibliche Domänen immer weiter voranschreitet.

Sicherlich ist auch nicht zu verachten der Markt an sich! Denn es gibt schlicht viele Männer in Damenunterwäsche. Es ist für manche ein Fetisch, für viele „ein Abenteuer“ aber für alle ein tolles Gefühl sich teils elegant, sexy aber auf jeden Fall schick zu kleiden.

Denn wenn wir mal ehrlich sind besteht die Abteilung von Männer Unterwäsche vorwiegend aus weißen, grauen und oder blauen Tanktops oder Unterhemden. Baumwolle oder Feinripp – jedoch mit normal genähten Saum. Eine Abteilung tiefer finden sich Slips und Boxer- bzw. Shorts aus blauer, grauer oder weißer Baumwolle. Abwechslung bieten rote Stoffe oder sonderbar lässig coole Print-Motive bis hin zum Karo-Muster. Aber sie finden sich fast immer in ein und denselben Dreier Packungen. Gehen wir noch eine Etage tiefer dann sind die Socken lang, mittel oder kurz. Sie sind schwarz, grau, blau oder kariert. Und aus Baumwolle.

 

Jungs! Was soll das? Ein Blick in die Damenabteilung überfordert das ungeübte Auge sofort, wenn es darum geht wie künstlerisch die Teile daherkommen.

Angefangen von der Auswahl, finden sich ganz andere Möglichkeiten. Da wäre – Kopf abwärts – einmal das Top, das Shirt, die Negligés und das Bustier. Die Korsage und das Korsett, genau wie der BH und der Body. Jedes dieser Teile hat für sich Unterbereiche, die Körperformen, Stimmungen, Ausstrahlung sowie Aussage gleichermaßen unterstreichen. Genauso die Höschen: von String, zur Pantie über Hipster zum Slip. Und als ob das nicht genug wäre, existieren eigene Abteilungen für Strumpfwaren, welche Haltelose, Strapsstrümpfe, Strumpfhosen und Leggins vereint. Blickt man dann noch über die Farbvielfalt, so finden sich alle Farben der Palette in der Spitze oder im Tüll, in Mesh und auch im Netz, der Seide, Nylon und Satin.

Daher ist es nur folgerichtig, dass Mann (!) nun auch ein wenig Biss in die Welt der Unterwäsche bringt.

Umfragen ergeben (k)ein deutliches Bild

Diversen Umfragen zufolge, finden Frauen dies selten komisch, abstoßend oder abturnend. Gar manche geben an es interessant, erotisch und anziehend zu finden. Einige da draußen fördern gar die feminine Seite am Mann, da sie sich dann selbst nicht mehr dem empfundenen Druck ausgesetzt sehen, selbst solche Wäsche zu tragen. Für Frauen, die es vorher nicht gern taten also ein Gewinn. Für letztere bietet die Mengerie tatsächlich sogar Partnerlooks an.

Die hohe Akzeptanz bei Frauen kann also einerseits daran liegen, dass sie sich selbst in die Dessous Welt optisch verliebt haben, jedoch es für sich selbst aus praktischen Gründen nicht ausleben. Und gewiss sind die Stoffe, Schnitte und Formen nicht immer für ihre Bequemlichkeit bekannt. Doch empfindet manch einer einen tief sitzenden Tanga, gepaart mit feinen, zarten Strümpfen an dem ein Rock aus Satinstoff entlang huscht und zuletzt ein aufreizender BH als sehr erotisch, aufreizend und elektrisierend. Dabei macht es keinen Unterschied ob Frau oder Mann. Und ob Mann oder Frau es trägt, während Frau oder Mann den Anblick genießt.

Daher liebe Frauen da draußen. Traut euch und euren Männern mehr zu.
Daher liebe Männer da draußen. Traut euch mehr.

Jetzt, da ich weiß, dass es das gibt, fällt für mich die Entscheidung pro Mengerie und nach wie vor pro klassischer Damen-Lingerie. Denn eines kann mir die Reizwäsche für Männer (noch) nicht bieten: das feminine Gefühl und den „das macht man nicht“-Faktor. Ausprobieren werde ich es dennoch!

Und du? Wie stehst du dazu? Bist du eine Frau, deren Mann es trägt? Eine Frau die sich Boyfriend Clothing zu eigen macht und versteht, was Man(n) denkt? Oder bist du selbst ein Mann, der sich in Sachen Unterwäsche verändern will oder längst verändert hat?

(Himmlisch) Schlafen in Satin und Velours

Und so kommt es nicht selten vor, dass gerade Männer, die ja sonst „nur“ in Boxershorts, Baumwollhosen oder Pyjamas nächtigen, in warmen Sommernächten ein leichtes Negligee oder ein dünnes Nachthemd vorziehen. Leichte und verspielte Nachtwäsche-Sets * zeichnen sich durch hohen Tragekomfort, kühle Stoffe und hochwertigen Materialien aus.

Sehr zu empfehlen sind jegliche Velours Pyjama * von Hunkemöller. Meine Frau hatte mir die erste Velours-Nachtwäsche „empfohlen“, nachdem ich sonst ein Satin Fan war – der ich nach wie vor noch bin. Und ich muss ihr einfach recht geben. Es trägt sich gut, es schläft sich noch besser und sieht einfach wahnsinnig gut aus.

(Extrem) heiße private Collection

Und dann gibt es da noch die Abteilung extravagant. Anders kann man(n) es einfach nicht nennen. Von Lack und Leder und sichtbaren Reißverschlüssen über die bevorzugten Farben schwar und rot. Von Schleifchen über Riemchen. Und von Strapse über Nylons und Netzstrümpfen ist alles dabei. Tragekomfort spielt dabei immer eine untergeordnete Rolle. Wichtig ist, dass der Körper nahezu dekoriert wird. Manche Hersteller haben sich mit eigenen Kollektionen darauf spezialisiert und bieten sexy Unterwäsche unter eigenem Label an.

Allen voran die bei vielen Herstellern unter private Collection bekannten Teile, sind enorm heiß und bieten den gewissen Reiz für Mann und Frau zugleich. Hunkemöller bietet mit der gleichnamigen Private Collection * ein Paradies für Mann und Frau. Nicht nur Unterwäsche sondern auch Accessoires wie Handschellen, Seile und andere Spielzeuge finden sich dort.

Geschrieben von Der Mann Im Kleid

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2 Comments

2 Kommentare

  1. Hallo,
    die meisten Männer lieben naturgemäß feine, sexy Kleidung an ihren Frauen. Deshalb ist es kein Wunder, selbst solche Kleidung anzuziehen. Ich trage schon mehrere Jahrzehnte Satinkleidung der Damen, Röcke, Kleider und das was „Mann“ gerne drunter trägt. Wie schon geschrieben wurde…Satin auf der Haut spüren ist etwas wunder-schönes ,ob eng auf der Haut oder im wallenden Rock. Wer sich seinen Gefühlen verweigert, schadet seinem Seelenleben.
    Ein „normales“ Leben ist oft langweilig!!!!

    Antworten
    • Hallo Diru, ja da hast Du wohl absolut recht.
      Und dabei ist es völlig egal, ob es die Schlabber-Jogginghose ist oder der enge Lederrock: „Wer sich seinen Gefühlen verweigert…“
      Weiterhin wünschen wir viel Freude und Spaß beim Tragen von Kleidern in der Öffentlichkeit.

      Antworten

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